Sichere Therapie auch bei tiefen Taschen

Ein Fallbeispiel

Der 78-jährige Patient stellte sich mit Schmerzen beim Drücken gegen die Oberkiefer- und Unterkiefer-Front vor. Es lag eine Gingivitis vor (Abb. 1). An den Unterkiefer-Frontzähnen hafteten Konkremente und die Gingiva löste sich beim Pusten in den Sulcus von den Zähnen. Die einleitende Therapie bestand in der Beseitigung der harten und weichen Beläge mit dem Desmoclean und dem Einlegen von Cupral-Baumwollfäden in die Zahnfleischtaschen.

Bei der Kontrolle nach knapp einer Woche waren die Beschwerden an den Oberkieferfrontzähnen verschwunden. Die Unterkiefer-Front war noch nicht beschwerdefrei. Am Zahn 31 bestand mesial eine Sondierungstiefe von 8 mm. Die tiefe Tasche am Zahn 31 wurde gereinigt, mit einer selbst hergestellten verdünnten Cupral-Spüllösung gespült und anschließend wurde in die Taschen erneut Cupral-Fäden eingelegt.

Nach 2 Tagen kam der Patient zur Kontrolle und es bestanden keine Beschwerden mehr. Die Taschentiefe am Zahn 31 betrug nur noch mesial 4mm (Abb 2).
Es erfolgte eine Wiederholung der Behandlung mit einer Cupral-Spüllösung und in die Taschen wurden Cupral-Fäden eingelegt. Eine Woche später betrug die Taschentiefe am Zahn 31 mesial 3mm und die Gingiva zeigte eine physiologische Färbung (Abb. 3). DB

Praxistipp

In meiner Praxis setze ich Cupral zur Therapie nahezu aller Taschentypen ein. Dabei überzeugt mich, dass ich ein CHX-freies Präparat zur Verfügung habe, das mir die Behandlung auch von akuten Prozessen ermöglicht. Dazu Cupral bringe ich – je nach Indikation – entweder direkt ein oder auch mittels Retraktionsfaden. Diesen belasse ich mindestens eine halbe Stunde in der Tasche, oftmals sogar über Nacht. Bei der Nachkontrolle am Folgetag entferne ich den Faden und appliziere Cupral gegebenefalls erneut bis der Prozess zum Ausheilen kommt. Selbst tiefe Taschen sind so mit wenigen Behandlungen erfolgreich zu therapieren – auch ohne Antibiotikagabe.

Volkskrankheit Parodontitis

Die Ursache einer Parodontitis sind Bakterien, die sich in der Mundhöhle befinden. Hierbei sind allerdings nur wenige, der insgesamt mehr als 500 in der Mundhöhle vorkommenden Bakterienspezies als parodontalpathogen einzustufen. Für den Ausbruch der Erkrankung können jedoch nicht die Bakterien allein verantwortlich gemacht werden. Verschiedene äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Rauchen, unzureichende Zahnpflege, falsche Ernährung, aber auch Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes mellitus erhöhen die Parodontitisprävalenz, wobei auch eine genetische Determinante für das Auftreten einer Parodontitis nicht ausgeschlossen werden kann.

Viele Praxen richten daher ihre Behandlung zunehmend ganzheitlich aus, um ihren Patienten nicht nur kurzzeitig „Linderung“ zu verschaffen, sondern sie gewissenhaft und schnell zu therapieren auch ohne operativen Eingriff bei einer diagnostizierten Parodontitiserkrankung. Praxisbewährt ist hier das einfach anzuwendende Präparat Cupral. Es handelt sich dabei um einen Wirkstoffkomplex aus hochdispersem Calciumhydroxid mit einem pH-Wert von > 12 und nicht metallischem Kupfer. Diese Kupfersalze führen zu einer signifikant höheren Wirksamkeit gegenüber parodontalpathogenen Bakterien (Aerobier und Anaerobier) im Vergleich mit konventionellen Calciumhydroxid-Präparaten. Der hohe pH-Wert des Cuprals bewirkt eine Zerstörung der Zellmembran und ein Freiwerden des Cytosols (alkalische Proteolyse, Abb. 1), was zu einer nachhaltigen Schädigung vieler Zellen beziehungsweise direkt zum Zelltod (Apoptose) führt und auch teilweise von Calciumhydroxid-Präparaten bekannt ist. Ein weiterer Wirkmechanismus ist der Entzug des Schwefels aus den Aminosäuren der Keime und Bakterien unter Bildung von schwerlöslichem Kupfersulfid. Dabei wird der Zellkern nachhaltig geschädigt – es kommt zum Zelltod. Bemerkenswert ist dabei der spezielle Regenerationsprozess dieser Kupfersalze, der in einer langanhaltenden keimtötenden Wirkung resultiert und durch den Sauerstoff aus dem Gewebe hervorgerufen wird (Abb. 2).

Cupral wirkt darüber hinaus gegenüber nichtinfiziertem Material gewebeschonend – die Ursache hierfür liegt in der Bildung einer Calciumcarbonat-Membran, die beim Kontakt zum durchbluteten Gewebe entsteht und die Permeabilität für Agenzien hin zum nicht infizierten Gewebe verringert. Dies gilt auch für die Kupfersalze aus dem Cupral, die aufgrund ihrer niedrigen Löslichkeit ohnehin nur eine geringe Bioverfügbarkeit haben und somit weit unter den von der EFSA bekannt gegebenen tolerierbaren oberen Aufnahmemengen von 5 mg/Tag aus Kupfersalzen liegen. Eine Beeinträchtigung des Körpers – auch aus ganzheitlicher Sicht und im Hinblick auf mögliche Allergien – ist somit nicht gegeben.

Diese polyvalente Wirkung des Cuprals ermöglicht es dem Behandler, in aller Regel auf den Einsatz von Antibiotika zu verzichten und so den Patienten zu schonen. Dies ist vor allem bei der Behandlung von Schwangeren wichtig, bei denen ein Antibiotikaeinsatz vermieden werden sollte obwohl ein hoher Behandlungs- beziehungsweise Therapiebedarf besteht. Resistenzen der parodontalpathogenen Bakterien – wie sie oftmals durch zu unbedarften Einsatz von Antibiotika in der Praxis entstehen – werden vermieden und sind bei der Verwendung von Cupral auch nach jahrelanger klinischer Anwendung nicht bekannt.

Aus diesen Gründen hat sich die Anwendung von Cupral als Breitbandtherapeutikum ohne Resistenzbildung in der Parodontologie vielfach bewährt und ist als kostengünstige Alternative zu den klassischen Parodontitis-Präparaten in vielen Praxen bereits fester Bestandteil einer wirkungsvollen Behandlung. DB

Tipp Cupral-Spüllösung:

Nehmen Sie eine Spatelspitze Cupral und lösen Sie diese in ca. 100 ml Aqua dest. Diese Spüllösung hat sich in der Parodontitis-Behandlung bewährt.

Die Literatur zum Beitrag haben wir Ihnen in unserem Downloadbereich bereitgestellt.

Dieser Beitrag wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung der HUMANCHEMIE GmbH.

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