PERMADENTAL-Seminar „Abrechnung Basiswissen“

„Da unsere Pilot-Veranstaltung 2017 in Köln blitzschnell und mit 50 Teilnehmern restlos ausgebucht war, sehen wir uns geradezu verpflichtet, das Abrechnungsseminar gleich mehrfach anzubieten“, so PERMADENTAL-Geschäftsführer Klaus Spitznagel.

Speziell konzipiert für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte, Praxisgründer aber auch für Zahnmedizinstudenten vor dem Berufsstart sowie für Zahnmedizinische Fachangestellte, die bisher keine oder nur wenig Abrechnungserfahrungen sammeln konnten, eignet sich das Seminar genauso für den Wiedereinstieg in das Thema Abrechnung oder zum Auffrischen von entsprechenden Grundkenntnissen.

Im Mittelpunkt des Seminars stehen u. a. BEMA-Positionen (Kons, Chirurgie, PA und IP) und die Richtlinien zur korrekten Vereinbarung, Abrechnung und Dokumentation von GOZ-Leistungen (Endo, PZR etc.). Abrechnungsbeispiele und hilfreiche Tipps, um Abrechnungsfehler und Honorarverluste zu vermeiden, runden das Seminar ab.

Die Teilnahme wird mit einem Zertifikat bestätigt und mit fünf Fortbildungspunkten laut BZÄK/ DGZMK bewertet. In der Seminargebühr von 49 EURO sind ein Handout zum Seminarinhalt, Verpflegung und MwSt. enthalten.

Weitere Informationen zu den PERMADENTAL-Seminaren 2018 und die Möglichkeit zur Anmeldung stehen unter www.permadental.de/fortbildung/ zur Verfügung. Die Anmeldung kann auch telefonisch unter 0800 737 000 737 erfolgen.

Zahnersatz Abrechnung – prothetische Lösungen in Labor und Chairside

Wie sollte aber diese Hochleistungsarbeit honoriert werden? Bei Patienten der privaten Versicherung zunächst kein Problem: Der § 9 der GOZ erlaubt es Ihnen, zahntechnische Leistungen nach Art und Aufwand sowie tatsächlichen Kosten vergütet zu bekommen. Knackpunkt ist die Versicherung des Patienten, denn diese haben mittlerweile mit einer Sachkostenliste die Erstattung zahntechnischer Leistungen deutlich eingegrenzt. Das Ergebnis ist eine Sachkostenliste, die teilweise noch unter der Vergütung der BEL II der GKV liegen kann und somit einen größeren Eigenanteil des Patienten hervorrufen kann. Darüber sollten Sie Ihrem Patienten dringend aufklären! Es ist eine Nebenpflicht, Patienten auf mögliche Erstattungsprobleme hinzuweisen, wenn diese bekannt sind. Zum Thema der Sachkostenliste ist die Problematik der Erstattung durch die Kostenerstatter hinlänglich bekannt und sollte dringend in die Aufklärung über die Kosten aufgenommen werden. Patienten mit hohem ästhetischen Anspruch sollten daher zwingend auf diesen Umstand hingewiesen werden.

Wie erfolgt die Berechnung nach § 9 GOZ?

Für die Berechnung zahntechnischer Leistungen muss in der Zahnarztpraxis kein Labor vorhanden sein. Die Leistungen werden in der Regel direkt am Behandlungsstuhl erbracht, daher auch die Bezeichnung „Chairside“. Im Rahmen einer rekonstruktiven Phase fallen eine große Menge an zahntechnischen Leistungen an, die oft weder beachtet werden noch den Weg in die Abrechnung finden. Sehr häufig wird argumentiert, dass dies doch Leistungsinhalt sei. In vielen Fällen ist dies aber nicht der Fall. Es lohnt sich also die eigenen Leistungen und Leistungsschritte genau aufzuschreiben und möglichen zahntechnischen Leistungen zuzuordnen. Gemäß § 9 GOZ sind zahntechnische Leistungen berechenbar, sobald diese nicht Leistungsinhalt der GOZ-Position sind. Grundlage ist daher zunächst die GOZ-Position, deren Leistungsinhalt und Ihre erbrachten Leistungen im Sprechzimmer. Sobald Diskrepanzen auftreten, ist der Zugriff auf § 9 GOZ in Erwägung zu ziehen:

GOZ Position und Leistungsinhalt Mögliche § 9 Position
2195:
Vorbereitung eines zerstörten Zahnes durch einen Schraubenaufbau oder Glasfaserstift oder ähnliches zur Aufnahme einer Krone
·         Individualisieren eines konfektionierten Stiftes
·         Desinfektion
2197:
Adhäsive Befestigung (plastischer Aufbau, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer, etc.)
·         Ätzen, Konditionieren, Silanisieren Werkstück
5170:
Anatomische Abformung des Kiefers mit individuellem Löffel bei ungünstigen Zahnbogen- und Kieferformen und/oder tief ansetzenden Bändern oder spezielle Abformung zur Remontage, je Kiefer
·         Individualisieren eines konfektionierten Löffels
·         Desinfektion
5180/5190:
Funktionelle Abformung ……. mit individuellem Löffel
·         Ausschleifen von Bändern
·         Umarbeiten einer Prothese zum FU Löffel
·         Desinfektion
2200…..ff:
Versorgung eines Zahnes oder Implantats durch eine Vollkrone (Tangentialpräparation):·         Präparieren des Zahnes oder Implantats,
·         Relationsbestimmung,
·         Abformungen,
·         Einproben,
·         provisorisches Eingliedern,
·         festes Einfügen der Einlagefüllung oder der Krone oder der Teilkrone oder des Veneers,
·         Nachkontrolle und Korrekturen.
·         Individuelle Farbbestimmung über einen Farbring hinausgehend
·         Mehraufwand Roh-, Glanzbrandeinproben
·         Selektives Einschleifen, Nacharbeiten der Okklusion
·         Anatomische Anpassung an Nachbarzähne
·         Desinfektion
5220/5230:
Versorgung eines zahnlosen Kiefers durch eine totale Prothese oder Deckprothese bei Verwendung einer Kunststoff- oder Metallbasis:·         Anatomische Abformungen (auch des Gegenkiefers)
·         Bestimmung der Kieferrelation
·         Einproben
·         Einpassen bzw. Einfügen
·         Nachkontrolle und Korrekturen
·         Umstellen der Zähne in der Wachseinprobe

Zahntechnische Leistungen sind sehr aufwendig und beanspruchen viel Zeit in der Praxis. Häufig sind mehrere Sitzungen und Termine notwendig, um den Zahnersatz herzustellen. Maßgabe des § 9 GOZ sind die tatsächlichen Kosten. Das bedeutet, dass Sie Ihre Leistungen in einer Zeiteinheit als Honorar kalkulieren müssen. Chairside-Positionen gemäß § 9 unterliegen daher der praxiseigenen Kalkulation nach tatsächlicher Arbeitszeit.

Patienten der GKV haben zunächst die einfache Regelversorgung als Zahnersatzleistung. In der GKV ist via BEMA kein Spielraum für Chairside-Leistungen. Sobald sich Ihr Patient jedoch für gleichartige und/oder andersartige Versorgungen entscheidet, dürfen Sie mit Zugriff auf die GOZ auch entsprechende zahntechnische Leistungen erbringen und berechnen. Dies gilt jedoch nur für die entsprechende GOZ Position und nicht als allgemeine Leistung.

Abrechnung von Füllungen

Desweiteren sollen folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

  • Erhaltung jeden Zahns, der erhaltungsfähig und erhaltungswürdig ist,
  • Behandlung jedes kariösen Defekts an einem solchen Zahn,
  • Erhaltung der gesunden natürlichen Zahnhartsubstanz soweit wie möglich,
  • Präparation der Kavitäten unter Beachtung der Substanzschonung,
  • vollständige Entfernung der Karies,
  • Durchführung der notwendigen Maßnahmen zum Pulpenschutz,
  • Wiederherstellung der Form und Funktion der Zähne,
  • Glättung der Füllungsoberflächen.

Erhaltungsfähigkeit

Augenmerk liegt zunächst an der Erhaltungsfähigkeit des Zahnes. Zähne, die nicht erhaltungsfähig sind, bekommen keine Füllung gemäß GKV. Wünscht der Patient dies trotzdem, muss er dies als private Leistung zahlen. Ein Blick auf ältere Befunde kann da oft hilfreich sein. Wurde der Zahn bereits in einer früheren Dokumentation als nicht erhaltungswürdig gekennzeichnet, ist eine Füllung via GKV ausgeschlossen.

Vollständige Kariesentfernung

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist die vollständige Kariesentfernung. Diese ist bei einer Leistung der GKV verpflichtend, auch wenn sie damit die Pulpa eröffnen und eine Restkaries durchaus die Förderung von Sekundärdentin auslösen könnte. Füllungen mit Dokumentation „Restkaries belassen“ sind gemäß Richtlinie keine GKV-Leistung. In diesem Fall muss der Patient aufgeklärt werden, insbesondere über die Risiken einer möglichen Endodontie. Wünscht er die Belassung der Restkaries mit guten Chancen zur Ausheilung, muss diese Füllung als private Leistung vereinbart werden.

Glättung

Füllungsoberflächen müssen nachweislich geglättet werden. Ist dies in der Füllungssitzung nicht möglich, zum Beispiel bei Amalgam, so muss dies in der Folgesitzung durchgeführt und dokumentiert werden.

Indirekte Überkapplung

Tiefe Kavitäten mit punktförmiger oder mit Eröffnung der Pulpa sind Leistungen der GKV. Allerdings muss die Erfolgsaussicht gegeben sein, den Zahn zu erhalten. Er muss erhaltungsfähig und vital sein. Die Dokumentation muss eindeutig erfolgen, besonders bei einer Behandlung mittels indirekter Überkappung. Die durchscheinende Pulpa muss dokumentiert werden.

Die indirekte Überkappung verlangt ebenso, dass eine Leistung nach Nr. 25 nicht angewendet werden kann, wenn aus Zeitgründen eine Kavitätenpräparation und -füllung vorzeitig abgebrochen werden muss. Desgleichen kann sie dann nicht zur Anwendung kommen, wenn die für den Kranken mit Schmerzen verbundene Kavitätenpräparation abgebrochen und durch die Teilung in zwei oder mehrere Sitzungen erträglicher gestaltet wird.

Vitalitätsprobe

Eine nachfolgende Vitalitätsprobe nach cP/P ist gemäß Richtlinie im angemessen Zeitabstand durchzuführen und zu dokumentieren.

Füllungsmaterialien

Gemäß Richtlinie dürfen nur anerkannte und erprobte plastische Füllungsmaterialien gemäß ihrer medizinischen Indikation verwendet werden. Die aktuellen Gebrauchs- und Fachinformationen sowie Aufbereitungsmonographien sollen berücksichtigt werden und zur Einsicht vorhanden sein. Für die Füllung sind nur einfache plastische Materialien indiziert.

Im Frontzahnbereich sind einfache Schichtung und adhäsive Befestigung eine Leistung der GKV. Im Seitenzahngebiet sind einfache plastische Füllungen ohne adhäsive Befestigung die Leistung der GKV. Im Seitenzahnbereich wird eine adhäsive plastische Füllung nur in Ausnahmefällen zur Leistung der GKV und zwar immer dann wenn eine Amalgamfüllung absolut kontraindiziert ist.

Wählt der Patient eine dentinadhäsive Mehrschichtrekonstruktion, so ist diese gemäß § 28 (2 Satz 2) SGB V mit einer Mehrkostenvereinbarung schriftlich zu vereinbaren. Die einfache plastische Füllung gemäß BEMA wird dann abgezogen, die Differenz trägt der Patient. Dies gilt für alle Füllungen, die dentinadhäsiv in Mehrschichtrekonstruktion erbracht werden: Frontzahn, Seitenzahn und Aufbaufüllungen.

GOZ Leistung
2030* Besondere Maßnahmen beim Präparieren oder Füllen von Kavitäten (zum Beispiel Separieren, Beseitigung störenden Zahnfleisches, Stillung einer übermäßigen Papillenblutung), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich
2040 Anlegen von Spanngummi, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich
4050/4055* Entfernung Zahnstein
1040 PZR
1020* Lokale Fluoridierung zur Verbesserung der Zahnhartsubstanz, zur Kariesvorbeugung und -behandlung, mit Lack oder Gel, je Sitzung
2010* Behandlung überempfindlicher Zahnflächen, je Kiefer
§ 6 (1) Versiegelung der Füllung
* Sofern die Sachleistung der GKV ausgeschlossen ist

Großflächige Füllungen

Besondere Vorsicht ist bei großflächigen Füllungen geraten. Diese Versorgung via GKV ist besonders kritisch und mit Hinblick auf eine spätere prothetische Versorgung zu betrachten. Wiederholte große Füllungen sind dann als unwirtschaftlich zu bewerten und müssen gemäß Aufbaufüllung mit nachfolgender prothetischer Versorgung versehen werden, wenn fehlende Zähne angrenzen oder Zähne extrahiert werden müssen. Dann kommen Zähne mit großen Füllungen als Pfeilerzähne in Betracht und müssen mit Blick auf diese Prothetik therapiert werden. Wünscht der Patient dies nicht, so ist auch diese Füllung eine private Leistung.

Mehrkostenabrechnung

In die Mehrkostenrechnung können nicht nur die Füllung gemäß GOZ, sondern auch alle notwendigen Begleitleistungen die im Rahmen der GOZ-Füllung erbracht werden müssen, aufgenommen werden. In Tabelle 1 finden Sie eine Auflistung dieser Begleitleistungen.

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