Konischer Glasfaserstift zum Aufbau eines paragingival gebrochenen Eckzahnes

Dr. Michael Leistner
Dr. Michael Leistner

Glasfaserstifte haben den großen Vorteil, dass sie als Lichtleiter dienen und adhäsiv befestigt werden können. Sie sind außerdem metallfrei und besitzen eine hohe Stabilität. Im nachfolgenden Patientenfall wird ein Zahn mit Hilfe eines solchen Stifts wieder aufgebaut und mit einer Krone versorgt.

Abb. 12: Aufgebauter Zahnstumpf vor dem Kürzen des Stiftes

Der 56-jährige Patient besaß im zweiten Quadranten eine Implantatversorgung. Während der Einheilphase brach der einzig verbliebene eigene Zahn 23 jedoch paragingival ab. Da der Zahn mit einer Klammer versehen war, mit der die Interimsprothese im Bereich des zweiten Quadranten gehalten wurde, konnte auf ihn nicht verzichtet werden. Wir entschieden uns daher, den Zahnstumpf mit einem Glasfaserstift (FiberMaster konisch ohne Kopf, Firma NTI-Kahla) wieder aufzubauen.

Der Zahn wurde vorab endodontisch behandelt. Das Wurzelfüllmaterial wurde dazu mit einem Peeso-Bohrer auf etwa zwei Drittel entfernt. Mit einem Vorbohrer, der die gleiche Form des später verwendeten Glasfaserstiftes besitzt, haben wir den Wurzelkanal dann aufbereitet. Das Aufrau-Instrument dient dazu, den Kanal nachzubearbeiten, indem die Oberfläche für den Einsatz von Glasionomerzementen aufgeraut wird. Bei adhäsiven Systemen ist der Einsatz dieses Instruments nicht notwendig. Der Stift wurde anschließend auf Sitz und Friktion im Wurzelkanal überprüft und danach mit H2O2 gereinigt und getrocknet.

Zur adhäsiven Befestigung muss der Wurzelkanal zunächst mit Phosphorsäure (37 Prozent) angeäzt und danach mit einer 3-prozentigen H2O2-Lösung gut gespült werden. Mit dicken Papierspitzen erreicht man danach eine gute Trocknung. Mit einem entsprechenden Dentinadhäsiv (ExciTE DSC Small/Endo, Firma Ivoclar Vivadent) haben wir die Oberfläche ausreichend benetzt und nach der entsprechenden Einwirkzeit mit Papierspitzen erneut gut getrocknet.

Mit einem dualhärtenden Kompositzement (Multilink Automix, Firma Ivoclar Vivadent) wurde der Glasfaserstift im Wurzelkanal verklebt. Die Kleberüberschüsse können dabei auch gleich als Aufbaumaterial für den Stumpf genutzt werden. Die Lichtleiterfunktion des Glasfaserstiftes trägt das Licht der Polymerisationslampe auch in die Tiefe des Wurzelkanals, so dass ein schnelles Anhärten möglich wird. Danach bauten wir den restlichen Stumpf mit Kompositmaterial auf und ließen ihn aushärten. Mit einem feinkörnigen Diamanten wurde der Stift gekürzt und der  Zahnstumpf zur Aufnahme einer Krone präpariert.

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