Wie passt Nostalgie, Design und Zahnmedizin zusammen?

Interview mit Dr. Johannes Schinz

Im Zuge der diesjährigen IDS trafen wir uns für ein Gespräch mit Dr. Johannes Schinz in Bad Nenndorf. Erst 2015 zog er dort in seine neuen Praxisräume, in denen er gemeinsam mit seinem Dental Depot das Konzept von Nostalgie, Design und Zahnmedizin umsetzte. Grund genug für uns, ihm diesbezüglich auf den Zahn zu fühlen. Lesen Sie im Folgenden seine Erfahrungen und lassen Sie sich doch einfach für eigene zukünftig geplante Gestaltungsmaßnahmen in Ihrer Praxis inspirieren.

In die eigene Praxis umziehen. Was hat Sie dazu bewegt und wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Dr. Johannes Schinz: Bevor ich 2015 in die eigenen Praxisräume einzog, arbeitete ich mit meinem Vater in einer Gemeinschaftspraxis im Kurort Bad Nenndorf. Mit seiner Unterstützung und inspiriert durch die jahrelange Zusammenarbeit, verbunden mit dem Wunsch, mein Hobby der Fotografie in die Neugestaltung einfließen zu lassen, wuchs schnell ein schlüssiges Konzept.

Ein schlüssiges Konzept inspiriert durch die Zusammenarbeit mit Ihrem Vater und beeinflusst durch ihr Hobby. Wie lässt sich das genau verstehen?

Dr. Johannes Schinz: Nachdem die Idee geboren war, sprach ich mit der Architektin des Dental Depots. Aus diesem Gespräch entstand das Konzept einer „Praxis der Vier Jahreszeiten“: Es vereint mein Hobby, die Fotografie, meine Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit meinem Vater und darüber hinaus auch Kindheitserinnerungen zu einem großen Ganzen.

Bereits in der Gemeinschaftspraxis gab es solche Einflüsse. Bevor man in der Praxis meines Vaters in einen Behandlungsraum kam, ging man an einer sommerlichen beziehungsweise winterlichen Fototapete vorbei. Das schaffte Ablenkung für die Patienten und sorgte bei einem selbst für etwas Entspannung. So etwas wollte ich später auch und nun, in meiner neuen Praxis, konnte ich es übernehmen.

Wie genau sieht denn Ihre neue Praxis aus?

Dr. Johannes Schinz: Die neuen Praxisräume befinden sich in einem erst kürzlich renovierten alten Schlammbadehaus. 250 Quadratmeter galt es nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Gemeinsam mit der Architektin des Dental Depots entschlossen wir uns für eine klare, aber nicht kalte, eine hygienische, aber nicht sterile Gestaltung der Räumlichkeiten. Meine persönlichen Wünsche nach der Einbindung der Erinnerungen beziehungsweise der Fotografien sollten einbezogen werden, dabei aber keine „Wohnzimmer“, sondern eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen werden.

Die Fotografie haben wir in unseren vier Behandlungsräumen thematisch untergebracht. Die Architektin stimmte die Eingangsbereiche farblich zu den Räumen so ab, dass es an die vier Jahreszeiten erinnert. Es wirkt freundlich, aber nicht überladen und erfüllt unseren Anspruch an klare Linien, ohne dabei ein Gefühl der Kälte oder Sterilität zu erzeugen. Witzig ist (lacht), dass meist unsere jüngeren Patienten vornehmlich im Frühling und im Sommerzimmer behandelt werden möchten, da der Herbst oder auch der Winter ein „ungemütliches Schmuddelwetter“ implizieren und diese Patienten ein Gefühl des Frierens erleben. Hingegen ältere Menschen haben damit weniger Probleme. Durch die positiven Empfindungen erhalten wir sogar regelmäßig Neupatienten aufgrund von Weiterempfehlungen wegen unserer schönen Praxis.

Meine Kindheitserinnerungen habe ich gemeinsam mit meinem Sohn in die Gestaltung eingebracht. Hierfür haben wir von einer Künstlerin Motive von der Comikserie „Tim und Struppi“ im Flurbereich an einige Wände malen lassen. Das schafft gerade für die kleineren Patienten eine Wohlfühlatmosphäre und wirkt zudem freundlich

Hatten Ihre Mitarbeiter auch Einfluss auf die Neugestaltung der Praxisräume?

Dr. Johannes Schinz: Ja. Vor allem im Bereich der Anmeldung und bei der Planung der Behandlungsräume in Bezug auf die Logistik, da war auch das Praxisteam gefragt.

Der Anmeldebereich lässt nun eine Kommunikation mit dem Patienten auf Augenhöhe zu. Für die kleinen Patienten gibt es auf Stehhöhe eine eingelassene Schublade, aus der sie sich nach erfolgreicher Behandlung eine kleine Überraschung herausnehmen können. Dies weckt positive Kindheitserinnerungen an meine Zahnarztbesuche und auch meine kleinen Patienten verbinden damit heute positive Erlebnisse und kommen gerne wieder.

Haben bei der Ausstattung der Praxis Design und Funktionalität oder eher andere Dinge eine Rolle gespielt?

Dr. Johannes Schinz: Sowohl als auch. Die Einheiten von Dentsply Sirona haben nicht nur ein ansprechendes Design, vor allem überzeugen sie mich seit meinem Studium in ihrer Funktionalität. Ich habe auf einer M1 gelernt und die Zuverlässigkeit sowie die Funktionalität immer sehr geschätzt, da gebe ich bei der Anschaffung lieber ein bisschen mehr aus und weiß wiederum, was ich habe. Zudem fügen sich die Einheiten – momentan habe ich eine Dentsply Sirona Sinius sowie zwei M1-Einheiten – sehr gut in unser Gesamtkonzept ein, genau wie das CEREC System, welches bereits mein Vater vor 19 Jahren angeschafft hat. CEREC passt sich aber nicht wegen der Geräteeigenschaften an sich in das Konzept ein, sondern eher in den ästhetischen Anspruch der Praxis.

Dieser bezieht sich nicht nur auf das Praxisdesign, sondern spiegelt sich ebenso in unseren Behandlungsschwerpunkten wider. So bieten wir neben der klassischen konservierenden Zahnheilkunde natürlich auch Prophylaxe an, hochwertige ästhetische Zahnersatzversorgungen sowie Implantologie – Backward Planning und Endodontie eingeschlossen.

Herr Dr. Schinz, was möchten Sie Ihren Kollegen, die vor einer solchen Entscheidung stehen, mit auf den Weg geben?

Dr. Johannes Schinz: Eine gute Wahl zur Umsetzung ist aus meiner Sicht die enge Zusammenarbeit mit Profis, zum Beispiel mit einem Dental Depot. Sie haben die Erfahrungen und das Wissen um die Belange in einer zahnmedizinischen Praxis und bieten meist auch noch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, und bei neuen Standorten eine Potentialanalyse an. Wichtig ist es aber, bei Designanspruch, persönlichen Ideen und Wünschen, die Kosten nicht aus dem Blick zu verlieren. Sehr schnell kommt einiges zusammen und man möchte doch in einer überschaubaren Zeit die Früchte seiner Arbeit ernten.

Herr Dr. Schinz, wir bedanken uns recht herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen in Ihrer neuen Praxis viel Spaß bei der Arbeit und den entsprechenden Erfolg!

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