Prothetische Lösung
als Alternative zu
augmentativen Verfahren
oder als letzte Lösung

Dr. med. dent. Rasmus Sperber
Dr. med. dent. Rasmus Sperber

Der 47-jährige Patient stellte sich mit dem Wunsch eines festsitzenden Zahnersatzes im 4. Quadranten vor. Die intraorale und röntgenologische Untersuchung zeigte einen stark atrophen Unterkiefer rechts. Abbildung 1 und 2 zeigen den DVT- und OPG-Ausschnitt des Kiefers. Abbildung 0 zeigt die Ausgangssituation intraoral. Es wurde durch eine Knochenblock-Operation aus dem Retromolarbereich der kontralateralen Seite versucht, den Kieferkamm lateral und vertikal zu augmentieren. Das Reentry nach neun Monaten zeigte einen Misserfolg der Augmentation. Zwar wurde lateral etwas Knochen gewonnen, jedoch verloren wir vertikale Knochenhöhe. Dennoch wurden kurze und schmale Implantate gesetzt und erneut mit xenogenem Knochenersatzmaterial und Membrantechnik augmentiert (Abbildung 3: Ausschnitt postoperatives OPG).

Nach erfolgter Einheilung, Freilegung und Abformung ergab sich im Meistermodell folgende Situation Abbildung 4: Meistermodell): Sehr großer interokklusaler Abstand und ein reduzierter Alveolarfortsatz auf Höhe des Mundbodens und der Umschlagfalte.

Wir entschlossen uns für ein ähnliches Vorgehen, wie wir es bei verschraubten Implantatbrücken im zahnlosen Kiefer umsetzen. Als Gerüst wählten wir eine verschraubte Vollzirkonbrücke, welche jeweils im Zahn zu Zahnverhältnis Stümpfe darstellt, die dann durch vollkeramische Emaxkronen versorgt wurden. Die Zirkonbrücke wurde im Gingivabereich zahnfleischfarbend bemalt. Abbildung 5 und 6 zeigen die bemalte Zirkonbrücke mit den Zahnstümpfen und den Schraubenkanälen. Abbildung 7 zeigt die Fertigstellung auf dem Meistermodell mit Emaxkronen auf der Zirkonbrücke. Abbildung 8, 9 und 10 zeigen die Fertigstellung intraoral. Die Emaxkronen werden bei guter Passung mit temporärem Zement eingesetzt.

Die vorgestellte Arbeit bevorzugen wir aus verschiedenen Gründen. Uns ist es wichtig, gerade in Kompromisssituation immer bedingt permanenten Zahnersatz einzusetzen. Das bedeutet, nicht fest zementierte Brücken zu verwenden. Des Weiteren haben wir aufgrund der sehr geringen Abstände zwischen den Implantaten keine ausreichende Hygienefähigkeit. Dies heißt, wir müssen beim geringsten Verdacht einer periimplantatären Mukositis die Brücke abnehmen können, um eventuell Veränderungen durchzuführen. Im Fall von Chipping musste keine komplette Verblendung erneuert werden, sondern lediglich eine einzelne Emaxkrone neu angefertigt werden.

Es zeigt sich in unseren Praxen, dass wir diese Lösung im Fall von Misserfolg augmentativer Maßnahmen als sehr gute Alternative präsentieren und der Patient eine adäquate Versorgung erhält. Dies wird bereits im Aufklärungsgespräch mit dem Patienten diskutiert und auch als Alternative zur augmentativen Maßnahme vorgestellt.

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