Minimalinvasive Einzelzahnrestauration im OK mit Bohrschablone und patientenindividuellem Aufbau

Sung-Min Chung
Sung-Min Chung

Mit einem auffälligen mehrfach wurzelbehandelten Zahn in der regio 26 stellte sich die 35-jährige Patientin bei uns in der Klinik vor. Der Zahn wurde extrahiert. Zum Lückenschluss bestand der ausschließliche Wunsch einer implantat-getragenen Einzelkrone. Für ein ästhetisch und funktionell optimales Ergebnis, entschieden wir uns für eine geführte minimalinvasive Operation und eine Versorgung mit dem neuen SuperLine III Implantat sowie einem individuellen CAD/CAM-geplanten Titanabutment von Dentium.

Nachdem im August 2016 der Zahn in der regio 26 aufgrund seiner endodontischen Probleme extrahiert wurde, kam die 35-jährige Patientin im Dezember 2016 zur Planung in unsere Klinik. Sie wünschte ausschließlich einen Lückenschluss durch eine implantat-getragene Prothetik. Deshalb entschieden wir uns in der folgenden digitalen Planung für ein SuperLine III Implantat mit einem Durchmesser von 4,5 mm und einer Länge von 8 mm.

 

Das kaltverarbeitete Titan des SuperLine III mit seinen exzellenten Stabilitätswerten lässt einen schmalen Implantatdurchmesser zu, der dem Knochenangebot in diesem Fall entgegenkommt. Ebenfalls planten wir eine offene Einheilung mit einem SuperLine Gingivaformer und einer nachfolgenden individuellen provisorischen Prothetik bis zur vollständigen Osseointegration des Implantats. Diese Versorgung bestand aus einem individuellem CAD/CAM-gefertigten Abutment und einer PMMA-Krone von Dentium. Nach Osseointegration wurde die PMMA-Krone durch die individuelle Zirkonkrone ausgetauscht und verschraubt. Das individuelle Abutment und beide Kronen wurden mit der Software Excocad geplant und von Dentium hergestellt.

 

Die klinische Untersuchung der Patientin im Dezember 2016 zeigte, dass die Extraktionsalveole bereits sehr gut am verknöchern war (Abb. 1). Bei der folgenden Implantatplanung wurden das geringe vertikale Knochenangebot und die Nähe zum Sinus deutlich. Um einen Sinuslift zu vermeiden, war der Einsatz einer Bohrschablone indiziert. Die Bohrschablone wurde von der Firma Dentium geplant und hergestellt (Abb. 2). Dadurch konnte die Operation im Februar 2017 minimalinvasiv durchgeführt werden.

 

Die Gingiva wurde durch die Bohrschablone geführt gestanzt und die Bohrungen durch einen Tiefenstopp begrenzt. Das Superline III FX 4508 SW Implantat ließ sich geführt oder auch händisch einsetzen, da der runde Apex des SuperLine III Implantat ein zu tiefes Eindringen verhindert (Abb. 3 bis 4). Die Kontrollaufnahme zeigt die ideale Platzierung des Implantats (Abb. 5).

 

Zur offenen Einheilung wurde ein SuperLine Gingivaformer mit dem Durchmesser von 4,5 mm gesetzt. Der Gingivaformer wurde später durch einen zweiten mit dem Durchmesser von 5,5 mm ausgetauscht, um das Emergenzprofil des individuellen Titanabutments besser vorzubereiten (Abb. 6).

 

Noch während der Operation wurde ein Abdruck der regio 2 zur Planung der provisorischen Prothetik genommen. Dieser wurde um eine Zahnfleischmaske ergänzt (Abb. 7). Ein Meistermodell wurde erstellt und dieses samt Gegenkiefer zur digitalen Planung eingescannt und in der Software exocad von der Firma Dentium verknüpft. Das individuelle Titanabutment und die definitive Prothetik wurden geplant (Abb. 8). Anschließende wurde das individuelle Titanabutment aus einem Titanblank mit der passenden Verbindungsgeometrie gefräßt und zur Kontrolle auf dem Meistermodell überprüft (Abb. 9). Das Design der definitiven Krone wurde reduziert und so aus der Okklusion genommen. Danach wurde das Langezeitprovisorium aus PMMA gefräst und zur Kontrolle auf dem Meistermodell ebenfalls überprüft.

 

Drei Wochen nach der Operation konnten wir die provisorische Versorgung einsetzen (Abb. 10). Nach der vollständigen Osseointegration wurde aus dem bereits vorhandenen Design die endgültige Versorgung aus Zirkon hergestellt und im Juni 2017 verschraubt. Den Schraubenkanal verschlossen wir mit einem Kunststoffinlay (Abb. 11 bis 12). Die klinische und röntgenologische Kontrolle im Oktober 2018 offenbarte ausgezeichnete Hart- und Weichgewebsverhältnisse um die ästhetisch und funktionell gelungene Versorgung (Abb. 13 bis 14).

 

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