Komplett navigierte Sofortimplantation in Regio 21 und 23

Dr. Beat R. Kurt, Carestream Dental
Dr. Beat R. Kurt

Provisorische Versorgung mit einer vorgefertigten Brücke im oberen Frontzahnbereich

Ausgezeichnet als beste digitale Implantat-Behandlung beim Digital Dental Academy Award 2018. Dank der fortschrittlichen Implantattechnologie, die einen weitgehend digitalisierten Arbeitsablauf ermöglicht, können mein Team und ich unseren Patienten jetzt auf schnellere und angenehmere Weise effektivere Restaurationen anbieten.

Monitor PDIP

Anamnese und klinische Situation

Als jüngstes Beispiel wird hier ein 77-jähriger gesunder Mann vorgestellt, der für eine Implantatrehabilitation im oberen linken Frontzahnbereich in meine Praxis überwiesen wurde. Bei ihm war es kürzlich zu einer Fraktur der beiden Pfeilerzähne (21 und 23) der bestehenden Brücke gekommen. Beide Zähne eigneten sich nicht für die Versorgung mit einer neuen konventionellen Brücke.

Sein starker Würgereflex erlaubte ihm nicht, ein herausnehmbares Provisorium zu tragen. Aus diesem Grund haben wir uns für eine Sofortimplantation mit provisorischer Versorgung entschieden.

Behandlungsplanung

Nach der Anfertigung von intra-/extraroralen Fotos wurden intraorale Scans und die Bissregistrierung mit dem Carestream Dental CS 3600 Scanner durchgeführt. Die Dateien wurden an meinen Zahntechniker weitergeleitet. Beim Zahntechniker erfolgte der Import der Ausgangsmodelle in die Exocad-Software und die digitale Modellation des Wax-up für die neue implantatgetragene Brücke in Regio 21–23. Anschließend erfolgte ein präoperativer CBCT-Scan. Danach wurden diese DICOM-Daten, ein modifiziertes Modell, bei welchem die frakturierten Wurzeln 21 und 23 virtuell mit dem Programm Meshmixer extrahiert wurden, das Gegenkiefermodell und das neue Wax-up meines Zahntechnikers in die Implantatplanungssoftware SMOP der Firma Swissmeda importiert. Nun konnte die optimale Planung der Implantate hinsichtlich meines Behandlungsziels einer direkten verschraubten Brücke 21–23 erfolgen. Geplant war die Verwendung von zwei Straumann BLT RC Implantaten (Ø 4.1mm, 12mm) in Regio 21 und 23. Anschließend wurde die Position der Implantate mit den integrierten virtuellen Scan-Körpern exportiert. Nach erneutem Import aller Daten in Exocad entwarf und fertigte mein Zahntechniker ein Druckmodell (Dreve) sowie eine gefräste provisorische Brücke aus PMMA.

Zwei provisorische zylindrische Abutments wurden mit Opaquer verblendet. Gleichzeitig wurde mit SMOP die Bohrschablone erstellt und mit dem Stratasys 260-Drucker und dem medizinisch zugelassenen Material MED 610 gedruckt.

Chirurgisches Verfahren

Unter Lokalanästhesie wurden die beiden frakturierten Zähne 21 und 23 extrahiert. Die Osteotomie für die Implantate wurde mit dem Guided Surgery Kit von Straumann durchgeführt.

Anschließend erfolgte ebenfalls geführt die Platzierung der beiden Straumann BLT RC Implantate (Ø 4.1mm, 12mm). Beide ISQ-Werte lagen bei über 65. Die provisorische PMMA-Brücke wurde mit den beiden zylindrischen Abutments verklebt.

Der Knochendefekt wurde mit Bio-Oss gefüllt und einer doppelten Schicht Bio-Gide abgedeckt – beide Materialien sind von der Firma Geistlich. Die Okklusion der Brücke wurde so angepasst, dass nahezu keine Kontakte vorhanden waren.

Der Patient erhielt 7 Tage postoperativ Amoxicillin und Clavulansäure als Infektionsprophylaxe und Ibuprofen als Schmerzmittel sowie Chlorhexidin 0,1 % zum Spülen. Die erste Kontrolluntersuchung und die Entfernung der Nähte erfolgten eine Woche nach der Operation. Nach drei Monaten hat der überweisende Zahnarzt wiederum einen digitalen Abdruck genommen und sein Zahntechniker eine dreigliedrige verschraubte Zirkonbrücke hergestellt.

Die Abschlusskontrolle, Röntgenaufnahmen und die Fotos der Endsituation mit dem äußerst zufriedenen Patienten wurden wieder in meiner Praxis durchgeführt.

Vorteile eines digitalen Workflows

Ich habe festgestellt, dass der Einsatz digitaler Technologie sowohl für meine Patienten als auch für meine Praxis eine Reihe von Vorteilen bietet. Die digitale Erfassung eines Abdrucks spart beispielsweise Zeit, da weniger Fehler bei der Abdruckerfassung auftreten und kein Gießen von Gipsmodellen erforderlich ist. Und da der Intraoralscanner CS 3600 offene digitale Dateien erstellt (STL, PLY), können diese einfach per digitaler Dateiübertragung an das Labor gesendet werden. Auf diese Weise wird die Fertigung beschleunigt und die Kommunikation verbessert.

Schlussbetrachtungen

Dr. Beat R. Kurt bedankt sich bei dem Team, das gemeinsam mit ihm diesen Fall abgeschlossen hat, darunter sein Praxisteam, sein Zahntechniker Andreas Schwab, Baar, und sein überweisender Allgemeinzahnarzt Dr. Reto Sütterlin.

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