„Kann ich Chef?“ Mit der ZA in die Selbstständigkeit

Interview mit Holger Brettschneider Vorstand ZA AG & Dr. Andreas Janke, Vorstand der ZA eG
ZA AG
Patrick Schröder, Pfadfinder Kommunikation

Ein Rückblick auf die IDS 2019

Am gemeinsamen Messestand von DIE ZA und vier weiteren wichtigen Institutionen der Zahnärzteschaft konnten sich gründungswillige Zahnmediziner ausgiebig über den Schritt in die eigene Praxis informieren. Bestenfalls wurde am Ende die Frage „Kann ich Chef?“ mit einem klaren „Ja!“ beantwortet. DIE ZA-Vorstände Dr. Andreas Janke und Holger Brettschneider ziehen Resümee.

Auf der diesjährigen Internationalen Dental-Schau  in  Köln, der Weltleitmesse der Zahnmedizinbranche, vereinten sich zum ersten Mal die folgenden fünf namhaften Institutionen der Dentalwelt an einem Stand: Kassenzahnärztliche Vereinigung Nordrhein (KZV), Deutscher Zahnärzte Verband e.V. (DZV), Zahnärztekammer Nordrhein (ZÄK), FVDZ Landesverband Nordrhein (FVDZ) und DIE ZA. Unter dem Motto „Kann ich Chef?“ nahmen sich die Vertreter des Messestands bei einer Tasse Kaffee ausgiebig Zeit für die meist jungen Zahnärzte und Zahnärztinnen, die sich mit dem Gedanken einer Praxisgründung tragen.

Herr Brettschneider, wo sehen Sie die Gründe für die sinkenden Zahlen selbstständig geführter Zahnarztpraxen?

HOLGER BRETTSCHNEIDER: In den vergangenen Jahren sind die bürokratischen Hürden für die Gründung und Führung einer eigenen Praxis merklich angestiegen. Die zahlreichen Anforde­rungen und Voraussetzungen lassen viele Zahnmediziner davor zurückschrecken, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Oftmals scheitert es daher schlichtweg an dem Gefühl der Über­forderung. Sie befürchten, nicht alle benötigten Informationen vollumfänglich erfassen zu können und etwas Wichtiges zu übersehen. Dazu kommt die Sorge, einen Großteil der Zeit mit administrativen Aufgaben „verschwenden“ zu müssen und zu wenig Zeit für die Behandlung ihrer Patienten zu haben.

Und wie wollen Sie diesem Trend entgegenwirken?

HOLGER BRETTSCHNEIDER: Um die Ängste und Zweifel jun­ger Zahnmediziner abzubauen, haben wir zusammen mit unse­ren Messepartnern auf der IDS ein umfassendes Informations­angebot auf die Beine gestellt, das keine Fragen mehr offen­ lassen sollte. Bei individuellen Problemen und Fragestellungen haben unsere  Messevertreter die gründungswilligen Zahnärzte gezielt im persönlichen Gespräch beraten – was auch zahlreich in Anspruch genommen wurde.

Herr Dr. Janke, gibt es über die Messe hinaus konkrete Planungen, wie Sie die Zahl der Praxisgründungen weiter ankurbeln wollen?

Dr. ANDREAS JANKE: Als genossenschaftlich verwurzeltes Unter­nehmen liegt uns die Förderung der freien Zahnärzteschaft ganz besonders am Herzen. Wir nehmen unser Motto „Von Zahnärz­ten für Zahnärzte“ wörtlich und setzen gezielt auf die Erfahrun­gen unserer praktizierenden Zahnärzte und Kieferorthopäden im Vorstand der ZA. So arbeiten wir stetig daran, neue Bera­tungskonzepte und Services zu entwickeln, die den Sprung in die Selbstständigkeit und den Praxisalltag erleichtern. Eines dieser neuen Konzepte ist die Zahnpraxis der Zukunft.

Worum handelt es sich dabei genau?

Dr. ANDREAS JANKE: Dieses neuartige Konzept basiert auf dem Grundgedanken, Zahnärzten den Schritt in die eigene Praxis deutlich zu vereinfachen oder überhaupt erst zu ermöglichen. Dazu errichten wir (Anm. d. Redaktion: Die Zahnpraxis der Zukunft GmbH wurde von der ZA und der apoBank gegründet) fertige Zahnpraxen, die mit neuester Technik und Praxisgeräten ausgestattet sind. Die Zahnärzte zahlen lediglich die Pacht zum Selbstkostenpreis und müssen sich über Wartung und Instand­ setzung keine Sorgen machen.

Zudem bringen wir in den Praxen erfahrene Praxisinhaber mit Berufsanfängern in einer Berufsausübungsgemeinschaft zusam­men, um ein gegenseitiges Lernen zu fördern. Das bietet außerdem den großen Vorteil, dass sich Lebensmodelle, die als Zahnmediziner bisher nur schwer umsetzbar waren, plötzlich umsetzen lassen. Der zahnärztliche Nachwuchs legt zunehmend Wert auf eine ausgewogenere Work­-Life­-Balance und die Verein­barkeit von Beruf und Familie. Durch eine optimale Abstimmung der in der Praxis tätigen Zahnärzte lässt sich dies realisieren, ohne sich in die Abhängigkeit einer Anstellung begeben zu müssen.

Haben Sie das Konzept auch auf der IDS vorgestellt und wie waren die Reaktionen der Messebesucher?

Dr. ANDREAS JANKE: Da die Zahnpraxis der Zukunft hervorra­gend zum diesjährigen Messemotto passt, haben wir das Kon­zept vor allem beim zahnärztlichen Nachwuchs platziert. Die Investition in eine eigene Praxis bringt viele finanzielle Risiken mit sich und kollidiert oftmals mit privaten oder familiären Planun­gen und Wünschen, die einer gewissen finanziellen Sicherheit bedürfen. Die Zahnpraxis der Zukunft hebt diese Hürden durch das Pachtmodell (ohne Marge!) auf und ermöglicht eine transparente Kostenplanung bereits ab dem ers­ten Monat.

HOLGER BRETTSCHNEIDER: Zudem fühlen sich junge Zahnmediziner durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Praxisinhabern unter einem Praxisdach weniger alleinge­ lassen und der Schritt in die Selbstständigkeit erscheint weniger beängstigend. Das Konzept wurde sehr interessiert aufgenommen und wir hoffen auf zahlreiche Anfragen in den nächsten Monaten, um möglichst viele neue Praxen ins Leben rufen zu können.

Abschließend zusammengefasst: Wie schätzen Sie den Erfolg Ihres gemeinsamen Messeauftritts ein?

Dr. ANDREAS JANKE: Wir haben durchweg positives Feedback bekommen und konnten viele Interessenten an unserem Stand begrüßen. Es war toll mitanzusehen, wie sich einige Frage­ zeichen über den Köpfen der Besucher in Luft auflösten. Ob die Frage „Kann ich Chef?“ wirklich abschließend mit einem eindeu­tigen „Ja!“ beantwortet werden konnte, wird sich in den nächs­ten Monaten zeigen. Wir sind aber äußerst zuversichtlich nach den positiven Reaktionen der Besucher.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

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