Endodontisches Fundament der „Root to Crown Solution“

Dentsply Sirona
Thomas Hammann

R2C – in Symbiose zum Therapieerfolg

Endodontologen wissen: Die besten Behandlungserfolge lassen sich erzielen, wenn alle Arbeitsschritte miteinander harmonieren und der Workflow ein stimmiges Gesamtbild ergibt – von der Wurzelkanalbehandlung bis zur koronalen Restauration. Ein umfassendes Behandlungskonzept von der Wurzel bis zur Krone bietet R2C „The Root to Crown Solution“ (Dentsply Sirona). Im folgenden Artikel wird mit dem endodontischen Teil des Therapiesystems sozusagen die Wurzel des Erfolgs näher beleuchtet.

Wie erfolgreich die Endodontie heute sein kann, zeigen die Daten von Salehrabi et al. zu mehr als 1,4 Millionen Wurzelkanalbehandlungen: Nach 8 Jahren lag die Überlebensrate endodontisch behandelter Zähne demnach bei bis zu 97 %.1 Der Weg ins Ziel umfasst jedoch zahlreiche Einzelschritte, die allesamt höchste Qualitätsansprüche bedienen und idealerweise mit State-of-the-Art-Behandlungssystemen ausgeführt werden sollten: Hierzu zählen die Eröffnung der Kavität, das Anlegen des Gleitpfads sowie Aufbereitung, Spülung und Obturation des Wurzelkanals. Das solide Fundament für einen sicheren Therapieverlauf bildet dabei zunächst eine präzise Diagnostik.

Präzise Diagnose = sichere Planung

Endodontische Misserfolge sind unter an derem auf unbehandelte Kanäle zurückzuführen – so sind laut einer Untersuchung von Hoen und Pink 42 % der nicht erfolgreichen Endo- Behandlungen in einem übersehenen Kanal begründet.2 Um anatomische Herausforderungen wie diese zu meistern, greifen Behandler zu Diagnoseverfahren wie der Digitalen Volumentomographie (DVT). Sie liefern dreidimensionale Aufnahmen des Wurzelkanalsystems samt weiterer Kanäle, Isthmen, multiplen Austrittspunkten und anderen Unregelmäßigkeiten. Auf Basis dieser Daten lässt sich mithilfe der 3D Endo Software im Anschluss eine optimale Planung sowie eine genaue Simulation der Behandlung vornehmen. Die Software erlaubt es nicht nur, verlässliche Angaben zur Anzahl der Kanäle zu treffen, sie liefert auch eine komfortable Möglichkeit zur Einbeziehung des Patienten in die Behandlung: Am Monitor lassen sich Diagnose, Therapieplanung und der gesamte endodontische Therapieverlauf bequem visualisieren – ein elementarer Schritt zur digitalisierten Praxis inklusive positiven Auswirkungen auf die Patientencompliance.

Maschinelle Aufbereitung auf modernen Pfaden

Für den endodontischen Eingriff stellt R2C dem Behandler eine Reihe hochwertiger Instrumente zur Verfügung: Während mit den beiden Ausführungen des Cavity Access Sets vielseitige Sortimente zur Präparation der Zugangskavität bereitstehen, sind für die Aufbereitung der Kanäle mehrere Feilensysteme verfügbar. Elementar ist dabei die Erstellung eines Gleitpfades, um die Anatomie des zu behandelnden Wurzelkanals zu erfassen und es der rotierenden Feile zu erleichtern, die Arbeitslänge zu erreichen. Hierzu kann eine der beiden Gleitpfadfeilen WaveOne Gold Glider oder ProGlider gewählt werden (reziprokrotierend: WaveOne Gold Glider/WaveOne Gold; kontinuierlich rotierend: ProGlider/ProTaper Next).

Das reziprok arbeitende Ein-Feilen-System WaveOne Gold bietet dem Behandler dank patentierter Gold-Wärmebehandlung mehr Widerstand gegen zyklische Materialermüdung und reduziert das Risiko von Feilenbrüchen oder Kanalverlagerungen – für ein Plus an Patientensicherheit. Dabei reicht in der Mehrzahl der Fälle die Verwendung von nur einer Aufbereitungsfeile pro Behandlung aus. Das spart Zeit, die in die Spülung des Kanals investiert werden kann.

Alternativ kann der Behandler zur kontinuierlich rotierenden Feile ProTaper Next greifen: Sie kombiniert eine kurze Instrumentensequenz mit effizienter Schneidleistung und macht dank ihres exzentrischen Querschnitts selbst  bei  schwierigen Kanalanatomien eine maschinelle Aufbereitung möglich. Zudem sorgt ProTaper Next bei der Rotation für 25 Prozent mehr Platz im lateralen Bereich, was einer Kompaktierung von Debris vorbeugt und so das Verblockungsrisiko verringert.

Im kabellosen System X-Smart IQ (Dentsply  Sirona)  findet  sich ein leistungsstarker Endo-Motor, der sowohl mit kontinuierlichen als auch mit reziproken Feilen verwendet werden kann. Der Motor wird über ein iPad Mini komfortabel per App gesteuert, was unter anderem der Echtzeitdokumentation des auf die Feile wirkenden Drehmoments dient und die Erfassung und Übertragung von Behandlungsdaten erleichtert.

Sauber ins Behandlungsziel

Da eine rein mechanische Aufbereitung nicht in der Lage ist, eine ausreichende Keimreduktion zu erzielen, stellt Dentsply Sirona auch hierfür mehrere Lösungen bereit: Das EndoActivator-Handstück beispielsweise sichert durch effektive Spülung und Desinfektion mithilfe hydrodynamischer Strömung den Behandlungserfolg ab. Zur Reduktion der Bakterien im Wurzelkanal zwischen zwei Behandlungen empfiehlt sich zudem, desinfizierende Einlagen auf Calciumhydroxidbasis zu platzieren. Besonders anwenderfreundlich gelingt dies bei Darreichung des Desinfektionsmittels in besonders dünnen, gebogenen Kanülen (z. B. AH Temp, Dentsply Sirona). Calciumhydroxid gilt als das wirksamste Medikament, um größtmögliche Keimarmut im Wurzelkanalsystem zwischen den Behandlungssitzungen zu gewährleisten. Ohne Calciumhydroxideinlage können sich die Bakterien bis auf das ursprüngliche Niveau vervielfachen.3

Fazit für die Praxis

Das umfassende Behandlungskonzept R2C von Dentsply Sirona bietet alle Komponenten für erfolgreiche Wurzelkanalbehandlungen und zeigt eindrucksvoll, wie bewährte Therapiesysteme den Behandler Schritt für Schritt zum Erfolg führen. Zahnärzte erhalten damit alles aus einer Hand, um bestmögliche endodontische Ergebnisse erzielen zu können – und darüber hinaus: Da die Behandlung erst mit der koronalen Restauration erfolgreich abgeschlossen ist, bietet R2C einen übergreifenden Workflow von „Endo“ bis „Resto“ an. Nach diesem Blick auf den endodontischen Teil des Behandlungskonzepts beschäftigt sich der zweite Teil dieser Beitragsserie mit dem restaurativen Part von R2C – er erscheint in Ausgabe 4/2018 des Dental Barometers.

Das Literaturverzeichnis kann bei der Redaktion der Barometer Verlagsgesellschaft mbH angefordert werden.

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