Bioästhetik mit Galvanotechnik

Weck Dental Technik (Abb. 1, 2, 4), Gramm Technik (Abb. 3)
Sabine Weck

Die Galvanotechnik stellt heutzutage ein Nischenangebot dar (Abb. 1). Aber sie hat einen festen Platz in der bioästhetischen Zahnheilkunde. Speziell Hartvergoldungen zur Passivierung von NEM- Oberflächen werden bei Weck Dental Technik (Solingen) zunehmend nachgefragt (Abb. 2).

Abb. 3 & 4) Die deckende Goldoberfläche verhindert die Abgabe gesundheitsgefährdender Metallionen

Gesundheitliche Risiken bei zahnärztlich verwendeten Legierungen sind in erster Linie allergische Reaktionen auf Korrosionsprodukte. NEM-Legierungen enthalten unter anderem die Elemente Chrom und Nickel oder Kobalt. Diese können allergische Reaktionen auslösen. Teilweise treten Metallunverträglichkeiten erst nach der Behandlung als Kontaktallergien auf, manchmal wird eine bestehende Allergie durch das Tragen des Zahnersatzes verstärkt.

Die Folgen einer Metallfreisetzung in der Mundhöhle können sein: Entmineralisierungen der Zähne, Rötungen, Schwellungen, Brennen und Verfärbungen der Schleimhäute, chronische therapierefraktäre Parodontitis, metallischer Geschmack, Mundgeruch und Zellentartungen durch Einwirkungen chronischer Reizfaktoren.

Metallwirkungen wurden bei zahlreichen Erkrankungen pathogenetisch als bedeutsam für die Krankheitsauslösung beziehungsweise deren Progression nachgewiesen – von Autoimmunerkrankungen über Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu neurodegenerativen Erkrankungen und dem Chronic Fatigue Syndrom.1

13,2 Prozent der Deutschen leiden an einer Nickel-Unverträglichkeit, 3 Prozent reagieren auf Kobalt und 1 Prozent auf Chrom.

ln diesen Fällen gibt es zwei Optionen:

  1. Es muss ein Ersatzwerkstoff gefunden werden, der die zahnmedizinischen Anforderungen für die geplante Art der Versorgung erfüllt.
  2. Die NEM-Oberfläche muss passiviert werden, um die Abgabe von gesundheitsgefährdenden Metallionen zu

Oberflächenpassivierung

Eine Möglichkeit der Passivierung von NEM-Oberflächen auch nachträglich bei bestehenden Modellgüssen ist die galvanische Vergoldung (Abb. 3). Bei Weck Dental Technik arbeiten wir mit dem GAMMAT optimo2-System (Gramm Technik, Ditzingen). Der Hersteller hat unabhängig untersuchen lassen, ob damit eine adäquate Deckqualität erzielt wird. In seinem Abschlussbericht bestätigt Dr. Franz-Josef Faber (Universität Köln): „Im Vergleich zu herkömmlichen Vergoldungen mit einer Deckschichtdicke von unter 1 μm ist die in diesem Verfahren aufgebrachte Goldabdeckung besonders dick. Dies führt dazu, dass die Goldschicht im Laufe der Beanspruchung stabil bleibt und die Abnutzung die darunter liegende NEM-Oberfläche nicht freilegt. Die mikroskopische Untersuchung der drei Phasen der Vergoldung polierter Metalloberflächen zeigt, dass abschließend eine vollständig deckende Goldoberfläche entsteht, die im Einzelfall auftretende allergische Reaktionen auf die verwendeten Produkte unterbinden kann.“ Durch die Verwendung von 24-karätigem Galvanogold ohne Zusätze von Nickel oder Palladium wird die Abgabe von gesundheitsgefährdenden Metallionen verhindert und die Restaurationen erhalten das Prädikat ‚bioästhetisch‘. Weck Dental Technik bietet drei Schichtdicken zur Auswahl an.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Metallabutments auf subgingival eingesetzten Implantaten. Hier ist nicht selten im Gingivalbereich eine Oxidbildung festzustellen, welche die Plaque- Bildung fördert. Eine aufgalvanisierte Goldschicht bietet eine geringere Plaque-Affinität als natürlicher Zahnschmelz und zusätzlich ästhetische Vorteile.

Voraussetzungen

Angesichts der überschaubaren Auftragslage ist es insbesondere für kleinere und hochspezialisierte Labore schwierig, optimale Voraussetzungen für hochwertige Galvanoarbeiten zu schaffen. Gegebenenfalls noch aus früheren Zeiten vorhandene Systeme sind de facto nicht State of the Art. Außerdem fehlt es den Technikern, wenn nicht an Erfahrung, so doch häufig an Routine. In Kombination kann das nur zu minderwertigen Resultaten führen. Für Weck Dental Technik ist die Galvanotechnik ein wichtiger Bestandteil des Leistungsspektrums (Abb. 4); beliefert werden zahnärztliche Kunden sowie zahntechnische Kollegen. Durch die sensorgesteuerte Abscheidung und die spezielle Hydrodynamik des GAMMAT optimo2- Systems ist ein homogener Schichtaufbau gewährleistet und auch gezieltes partielles Eingalvanisieren möglich. Neben Hartvergoldungen werden auch Doppelkronen und insbesondere Friktionserneuerungen nachgefragt.

1 Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin

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